WB_Schulanlage Höckler

Die Setzung des linearen Baukörpers offeriert ein klar lesbares Angebot an unterschiedlichen Freiraumtypologien. Dieses nimmt Bezug zum umliegenden Kontext und bindet die Anlage dadurch sanft in das Gesamtbild seiner Umgebung ein.


Im Zusammenspiel erfüllen sie die unterschiedlichen Nutzerbedürfnisse einer modernen Schulanlage. Die Dachflächen werden dabei aktiviert und als erweiterten Freiraum mitgenutzt. Es entsteht eine klare Raumabfolge von differenzierten Nutzungseinheiten, die eine atmosphärische Einheit vermitteln.

Im Osten werden ruderal geprägte Lebensräume geschaffen, die einen direkten Bezug zu den angrenzenden Gleisanlagen herstellen. Dadurch entsteht ein wertvoller, strukturreicher Trittstein innerhalb des grossräumigen ökologischen Vernetzungssystems und ein bedeutender Lebensraum für Flora und Fauna. Im Norden bildet ein üppig bepflanzter Bereich aus Bäumen und Sträuchern den räumlichen Abschluss des Perimeters.


Gezielt gesetzte Farbakzente durch Blütenaspekte im Frühjahr sowie eine attraktive Herbstfärbung machen den jahreszeitlichen Wandel erlebbar und prägen die Atmosphäre des Freiraums. Gleichzeitig leistet das grosse Grünvolumen einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung des Mikroklimas und zur Kühlung des ansonsten stark versiegelten und verkehrsgeprägten Strassenraums.


Entlang der Allmendstrasse entwickelt sich aus dieser grünen Struktur heraus ein urban geprägter Strassenraum. Punktuell angeordnete Vegetationsinseln vermitteln dabei zwischen der baulichen Umgebung und dem menschlichen Massstab. Sie schaffen einen sanften Übergang zwischen der Anlage und dem hoch frequentierten öffentlichen Raum und tragen zur Aufwertung des Strassenbildes bei.

Im Süden öffnet sich eine adressbildende Platzsituation, die den Auftakt zur Anlage markiert und eine klare Orientierung bietet. Die zurückhaltende Möblierung mit Veloparkierungen sowie einem attraktiven Wasserelement gewährleistet eine hohe Aufenthaltsqualität, ohne die räumliche Grosszügigkeit des Platzes zu beeinträchtigen. Das anfallende Regenwasser wird in einen nachhaltigen Wasserkreislauf integriert und über ein gestalterisch inszeniertes Wasserbecken einer unterirdischen Retentionsanlage zugeführt. Dadurch werden ökologische und klimatische Anforderungen mit einer identitätsstiftenden Freiraumgestaltung verbunden.

Ort: Zürich ZH
Status: Wettbewerb 3. Rang
Architektur: aww Architekten